Rotkohl, Weißkohl, Wirsing, Blumenkohl, Rosenkohl und Brokkoli – diese Kohlarten kennen wir alle. Wir säen sie aus, pflanzen sie ins Beet und freuen uns über pralle Köpfe und knackige Röschen. Doch hast du schon einmal von Blattkohl-Kulturen gehört? Blattkohl bildet keinen festen Kopf. Geerntet werden seine Blätter. Und das immer wieder, über viele Wochen hinweg. Robust, vitaminreich und überraschend vielseitig ist er das Gemüse des Jahres 2026.
Garten-Geschenk
Blattkohl ist ein Sammelbegriff für zahlreiche Kohlformen aus unterschiedlichen genetischen Linien. Gemeinsam ist ihnen: Sie bilden keinen Kopf wie Weiß- oder Rotkohl. Stattdessen wachsen lockere Rosetten oder hohe Sprossen mit dekorativen, oft gekrausten Blättern. Vom Blattkohl werden die einzelnen Blätter nach und nach von unten nach oben geerntet. Die Pflanze treibt damit immer wieder neue Blätter.
Blattkohl ist ein echtes Geschenk für den Hausgarten, denn er zeichnet sich durch ein wahrlich langes Erntefenster vor allem in den kühlen bis kalten Monaten aus. Frische Vitamine werden direkt aus dem Beet immer wieder nachgeliefert.
Geschichte des Kohls
Kohl gehört zu den ältesten Nutzpflanzen Mitteleuropas. Schon in der Jungsteinzeit wurde er verzehrt. Auch die Griechen berichteten bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. über grünen Krauskohl. Im Mittelalter taucht Kohl bei Karl des Großen auf und gibt damit einen Hinweis, wie wichtig diese Kultur für die Versorgung war.
Blattkohl ist die älteste Nutzungsform des Kohls und war schon vor den „Kohlköpfen“ da. Über viele Jahrhunderte entstanden regionale Sorten. Norddeutschland kocht auch heute noch traditionell Grünkohl. In Süddeutschland, Österreich und der Schweiz geriet es hingegen zeitweise fast in Vergessenheit. Bis dieses Gemüse heute wieder in vielen Selbstversorger, Haus- und Bauerngärten zu finden ist. Gartentipps erhälst du hier.
Vielfalt im Beet: Von Grünkohl bis Palmkohl
Blattkohl-Kulturen gibt es in beeindruckender Vielfalt. Im KleePura Onlineshop findest du viele von ihnen.
- Grünkohl – stark gekräuselt, frosthart bis etwa -15 °C, klassisches Wintergemüse
- Palmkohl – auch Schwarzkohl genannt, aus Italien stammend, mit langen, dunkelgrünen Blättern
- Braunkohl – oft mit dunkelroter Färbung, echter Hingucker im Beet
- Kohlrabi – Überraschung! Gehört auch zum Blattkohl, denn nicht nur die Knolle ist wertvoll, sondern auch die nährstoffreichen Blätter!
Superfood aus deinem Garten
Dem Kohl werden traditionell viele Heilwirkungen nachgesagt. Heutzutage werden diese wissenschaftlich untersucht, besonders im Bereich der Krebsforschung. Blattkohl überzeugt dabei vor allem mit einem sehr hohem Vitamin-C-Gehalt, mit Mineralstoffen wie Calcium und Eisen sowie mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen. Zusätzlich sehr wichtig und im Blattkohl vorkommend sind die Carotinoide. Das sind natürliche, fettlösliche Pflanzenstoffe, die im Körper zum wertvollen Vitamin A umgebaut werden. Die ebenfalls vorkommenden antioxidativen sekundären Pflanzenstoffe schützen die Zellen für oxidativen Stress und damit vor Zivilisationskrankheiten. Vor allem roh im Smoothie oder Salat bleiben viele Inhaltsstoffe besonders gut erhalten.
Starkzehrer mit klaren Vorlieben
Blattkohl gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und ist ein lichthungriger Starkzehrer. Damit er sich in deinem Garten rundum wohlfühlt, braucht er:
- tiefgründigen, humosen Boden
- gutes Wasserhaltevermögen mit gleichmäßiger Wasserversorgung
- reichlich Kompost
- regelmäßige Düngung mit KleePura Pellets und Pflanzenjauchen
- Mulch oder eine Untersaat (beides hilft die Feuchtigkeit zu halten)
- Anhäufeln, so steht er stabiler und bildet zusätzliche Wurzeln
Wichtig zu wissen: In Reinkultur sollten Kohl und andere Kreuzblütler wie Rettich, Rauke, Radieschen oder Senf nur alle fünf Jahre auf demselben Beet stehen. So beugst du am wirkungsvollsten Krankheiten wie Kohlhernie und den Erdfloh vor. Durch Kalken kannst du einen pH-Wert um 7 erreichen und somit dem Erreger die Entwicklung erschweren. Ein Kulturschutznetz (0,8 mm Maschenweite) schützt zusätzlich vor Kohlschädlingen.
Der Kohl wächst in Gesellschaft guter Nachbarn wie Tomaten, Sellerie, Rote Bete, Mangold, Salat oder Lauch.
Gut zu wissen: Frost macht ihn mild
Blattkohl ist ein echtes Wintergemüse. Seine Hauptsaison reicht von Oktober bis März. Sinkt die Temperatur Richtung Gefrierpunkt, wandelt die Pflanze Stärke in Zucker um. Das Ergebnis: ein milderer, leicht süßlicher Geschmack.
Viele Sorten vertragen Temperaturen bis -15 °C. Geerntet wird traditionell ab Mitte November. Im Hausgarten schneidest du die unteren Blätter zuerst ab, der Schopf bleibt stehen – so entsteht bei hohen Sorten die typische Palmenform.
Die frostharten Pflanzen können im Beet überwintern. Im Frühjahr treiben in den Blattachseln kleine Sprosse, die ebenfalls geerntet werden können.
