Wildblumenwiese

Gras, Wiese, Rasen - Hintergrundwissen für das Grün im Garten

Die Bereiche des naturnahen Gartens unterteilen sich in Beete für das Sommergemüse, Ecken für die Obststräucher, eine gemütliche Gartenbank unter dem schattigen Haselnussstrauch zum Ausruhen, die nützliche Gartenpumpe mit Gießkanne und die blühende Wiese. Der weiche Rasen? Oder lieber das grüne Gras? Hier scheiden sich die Garten-Geister. Wir starten einen Aufklärungsversuch rund um das Thema Rasen-Wiese-Gras und wollen den Blick weiten hin zu einer nachhaltigen Sichtweise beim Thema Grün in Ihrem Garten.

Gras, Gräser, Rasen

Gras, Gräser, Rasen – auf feuchtem Grün am heißen Sommermorgen barfuß auf dem Rasen laufen. Eine Wohltat für Körper und Seele.                                                                                                                                                                                                                                               Foto: pixabay

Gras, Rasen und Wiese – der Versuch einer verständlichen Erklärung

Jeder von uns kennt die großen, grünen Flächen in Parks, in Gärten oder Fußballstadien. Je nach Region werden diese als Wiese, Gras oder Rasen bezeichnet. So verschieden sich die Bezeichnungen anhören, so unterschiedlich sind auch die Vorstellungen jedes Einzelnen, was er oder sie unter Gras, Rasen oder Wiese versteht. Gemeinsam haben die Begriffe, dass sie Lebensräume bezeichnen, die einen hohen bis sehr hohen Anteil einer Klasse von Pflanzen beherbergen: die Gräser.

Gräser, von denen es weltweit ca. 12.000 Arten gibt, gehören genau wie Getreide zur Pflanzenfamilie der Süßgräser und zur Klasse der Einkeimblättrigen (Monokotyledone). Wichtige Merkmale von Gräsern sind unter anderem das einzelne Keimblatt, das frühzeitige Absterben der Hauptwurzel, die Ausbildung eines weit verzweigten, feinen Wurzelsystems und die meist länglichen, einfachen Blätter mit parallel verlaufenden Blattnerven bzw.-adern. Ein weiteres, wichtiges Merkmal von Graspflanzen ist die Lage der Wachstumszonen dicht an der Bodenoberfläche.

Als Gras wird die einzelne Pflanze, aber auch der mit Gräsern bewachsene Erdboden bezeichnet. Die Pflanzenfamilie der Gräser bevorzugt für eine gute Entwicklung bestimmte klimatische Bedingungen und Nährstoffbedürfnisse. Die meisten Gräser in Europa benötigen für ein ideales Wachstum vor allem viel Sonnenlicht und vertragen nur begrenzt Schatten. Gräser sind daher Pflanzen der offenen Landschaft. Typische natürliche Graslandschaften sind zum Beispiel die Puszta in Ungarn, die Pampa in Argentinien, die Prärie Nordamerikas, aber auch die steppenartigen Landschaften in der Ukraine und Südrussland.

Die Entwicklung von Gräsern unterteilt sich in eine Phase des Wachstums, auch Bestockung genannt, im Frühjahr und im Herbst und der Vermehrung durch Blüte im Sommer. Verschiedene Gräserarten zeichnen sich durch unterschiedliche Bedürfnisse in Bezug auf Licht, Wasser und Nährstoffe aus und sind unterschiedlich belastungsfähig. Einjähriges Rispengras zum Beispiel wächst oft niedrig und ohne unser Zutun auf Trampelpfaden. Es liebt leicht verdichteten Oberboden.

Als Rasen stellen wir uns das Ideal eines natürlichen Perserteppichs vor - pflanzlich, einheitlich, superweich, grün! Heute zu finden auf Grünflächen in Gärten und Parks, aber auch auf Golfplätzen und in Fußballstadien. Rasen in diesem Sinne ist aber alles andere als natürlich. Kurz gemähte Gräser sind eine künstliche, technische Errungenschaft. Möglich geworden durch die Hilfe technischer Maschinen, künstlicher Düngung und aufwändiger Bewässerung. Als natürlicher Lebensraum ist Rasen jedoch nirgendwo auf der Welt zu finden. Rasenflächen entstanden vor langer Zeit in herrschaftlichen großen Gärten als dritte Dimension in der Gartengestaltung. Offene Rasenbereiche dienten dazu, Staudenbeete, Heckenanpflanzungen und gestalterische Gartenelemente zur Geltung kommen zu lassen. Kurz gemähte Wiesen fanden als Nutzflächen zum Wäsche bleichen in der Geschichte Erwähnung.

Kulturhistorisch könnte man Wiesen als die Vorgänger des Rasens bezeichnen. Wiesen entstanden durch das Zurückdrängen des Waldes, durch Beweidung und später auch zur Gewinnung von Futter für Nutztiere wie Schafe, Ziegen und Rinder. Die Wiese ist ein Lebensraum, welcher seit Tausenden von Jahren durch den Menschen erschaffen und erhalten wird. Auf Wiesen wachsen alle Pflanzen, die sich an dem jeweiligen Standort auf natürliche Weise einfinden und wohlfühlen. Neben Gräsern finden sich auch Kräuter, blühende Pflanzen und Moose ein. Wird die Wiese sich selbst überlassen, wachsen nach kurzer Zeit auch Sträucher und Bäume nach. Auf einer Wiese können abhängig von der Bewirtschaftungsform bis zu 60 verschiedene Pflanzenarten je Quadratmeter beheimatet sein. Der vielfältige Lebensraum Wiese bietet damit vielen Tieren (z.B. Käfer, Bienen, Hummeln, Vögeln, usw.) und Pflanzen Heimat. Je vielfältiger die Zusammensetzung der Wiese, desto vielfältiger die Lebewesen, die auf ihr, in ihr und unter ihr leben.

Rasen in Kombination mit Staudenbepflanzungen

Rasen als gestalterisches Mittel - seit jeher die dritte Dimension in Parkanlagen und herrschaftlichen Gärten.              Kerstin Riemer Pixabay

Gestaltungsmöglichkeiten in Ihrem Garten

Nun aber zurück zu Ihrem Garten und der Frage ob nun Gras, Rasen oder Wiese die richtige Wahl ist. Betrachten Sie zunächst Ihren Garten und stellen Sie sich vor dem Kauf der neuen Saatmischung im Baumarkt oder dem Gartenfachhandel folgende Fragen als Impuls bei der "grünen" Gartenfrage:
Wer oder was sollte in meinem Garten leben? Möchte ich Insekten einen Lebensraum bieten und einen bunten Blick in meinen Garten haben? Will ich im Grünen sitzen und barfuß laufen können? Möchte ich mich einlassen auf die Besiedlung durch die Natur? Habe ich Platz für eine Teilfläche mit reinem Rasen? Wieviel Pflegeaufwand möchte ich beim Thema Grün im Garten betreiben? Reichen meine Kraft und meine Zeit im Alltag für einen gepflegten Rasen aus?

Im Handel gibt es für den Rasen im Garten viele verschiedene Angebote. Aus verschiedenen Gräsern zusammengestellte Mischungen sind angepasst an die Bereiche, auf denen sie wachsen sollen bzw. Bedingungen, die sie aushalten müssen. Es sind unter anderem Mischungen für schattige Bereiche, belasteten Rasen (Sport- und Spielrasen) und heute wichtiger denn je, Saatgutmischungen mit Gräsern, die Trockenheit tolerieren können, erhältlich. Problematisch wird es dann, wenn der vermeintliche Schattenrasen im Sommer auch zum Fußballrasen der Kinder wird oder wenn sich auf trockenen Flächen feuchte Stellen zeigen. Verschiedene Bereiche im Garten wie Schatten, Sonne, Feuchtigkeit, Trockenheit, Mutterboden oder aufgeschüttete Erde, stellen die Gräser der vordefinierten Saatgutmischungen vor große Herausforderungen. Schnell entstehen Lücken durch verdichteten Boden auf Laufwegen zum Gerätehaus, Kompost oder zum Gartenbeet. Diese Lücken werden von Gräsern und Kräutern geschlossen, die diese Bedingungen mögen. Quecke zum Beispiel, nicht gemocht im Garten, nutzt mit ihren Ausläufern jedoch jede Lücke, um freie und sonnige Bereiche für sich zu erobern. Auch gibt es Pflanzenarten wie zum Beispiel Löwenzahn, der seine gut flugfähigen Samen nutzt, um sich ohne weiteren Pflegeaufwand anzusiedeln. Die meisten dieser Pflanzenarten sind jedoch keine Gräser und stören das einheitlich gewünschte Rasenbild.

Grundsätzlich empfehlen wir naturnah gestaltete Wiesen für Ihren Garten. Wiesen sind reich an verschiedenen Gras- und Kräuterarten. Sie bieten Lebensraum sowie Nahrung für Insekten sowie Bodenlebewesen und sind damit ganz wichtig für den Umweltschutz. Eine Wiese bedarf wenig Pflege, keiner Düngung und dankt einen ein- oder zweimaligen Schnitt im Jahr.

Mit Blick auf eine nachhaltige Lebensweise sind große Rasenflächen im idealen Grün, mit optimaler Länge und perfekter Narbendichte stark zu hinterfragen. Kann es einen Kompromiss geben zwischen blühender Wiese und grüner Rasenfläche? Wenn Sie mehr über die Pflege von Wiesen und Rasen erfahren möchten und neugierig auf den Kompromiss sind, lesen Sie hier mehr darüber.

"Natürliche" Wiese

„Natürliche“ Wiese seit Tausenden von Jahren durch den Menschen genutzt als Nahrungsquelle für die Tierhaltung.                    Foto: Pixabay

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