Pflaumen in einem Baum

Der Herbst – die Jahreszeit zum Obstbaum pflanzen

Gerade der Herbst zeigt uns auf eindrückliche Weise, wie schön es ist Früchte der Obstbäume aus dem eigenen, naturnahen Garten zu ernten. Zwischen noch grünen Blättern lachen uns rote und gelbe Äpfel an, laden uns blaue Pflaumen zum Probieren direkt vom Baum ein, freuen sich die Kinder über eine selbst geerntete Birne und staunen die Nachbarn über den Ertrag des Quittenbaums im Garten. Der Herbst bietet sich als Pflanzzeit gerade zu an. Lesen Sie hier, wie Sie in Ihrem Garten in den nächsten Jahren eine reichhaltige Ernte einfahren und dabei den Bienen mit blühenden Obstbäumen eine große Freude machen können.

Pflaumen in einem Baum
Eine Pflaume, zwei Pflaumen, unzählige Pflaumen erfreuen uns im Herbst. Wie schön, wenn die Früchte im eigenen Garten gepflückt werden können.

Warum ist der Herbst für das Obstbaumpflanzen ideal?

Obstbäume gehören zu den laubabwerfenden Bäumen. Im Frühjahr setzt der Baum seine gesamte Energie in das Blätter- und Blütenwachstum. Im Herbst hingegen kann im noch warmen Boden das Wurzelwachstum rasch beginnen und dem Baum für das kommende Frühjahr einen sogenannten Wachstumsvorsprung bieten.
Weitere Vorteile der Herbstpflanzung zeigen sich in einer besseren Versorgung mit Wasser. Die Niederschläge fallen im Herbst gegenüber der immer häufiger auftretenden Frühjahrs- und Frühsommertrockenheit reichlicher aus, was sich wiederum positiv auf das Anwachsen der Wurzeln im Boden und insgesamt auf eine stressfreiere Anfangsentwicklung des jungen Baumes auswirkt. Daher unsere Empfehlung, pflanzen Sie Ihre Obstbäume und auch Obststräucher ab Ende September bis Mitte November unter der Voraussetzung eines frostfreien Bodens!

Welche Obstbäume können gepflanzt werden?

Im Herbst können alle winterharten Bäume heimischer Sorten gepflanzt werden. Winterharte Bäume sind Pflanzen, die unseren Winter mit Frost und Schnee ohne größere Schäden überstehen.
Dazu gehören üblicherweise Apfel, Birne, Quitte, Pflaume; Mirabelle, Süß- und Sauerkirsche sowie Pfirsich.
Es gilt die Devise: Augen auf beim Obstbaumkauf. Bestenfalls entscheiden Sie sich zum Kauf eines Baumes aus einer Gärtnerei oder Baumschule in Ihrer Nähe. Sie erhalten dort zumeist gepflegte, gesunde Bäume und zusätzlich Pflanz- und Pflegetipps von einer Fachfrau bzw. einem Fachmann.

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In der Baumschule vor Ort erhalten Sie gepflegte, gesunde Bäume. Beim Kauf gibt es gratis Empfehlungen vom Profi.

Was sollten Sie bei der Pflanzung von Obstbäumen beachten?

Vor der Pflanzung des Baumes schauen Sie sich zunächst ein geeignetes Plätzchen in Ihrem Garten aus. Verschiedene Arten haben unterschiedliche Bedürfnisse. Grundsätzlich ist zu empfehlen Bäume an einen sonnigen, luftigen Platz zu pflanzen, wobei viele auch im Halbschatten oder im Schutz einer Hauswand bzw. Mauer gedeihen. Ansprüche an den Boden variieren abhängig von der Art des Obstes. Apfel-, Kirsch- und Birnbäume wachsen eher auf leichten Böden. Pflaumen bevorzugen hingegen schwere, nährstoffreiche, feucht-lehmige Böden.
Beachten Sie bei der Standortauswahl in jedem Fall, dass ein Baum in wenigen Jahren eine gewisse Standgröße (abhängig von der Wuchsform Niedrig-, Halb- oder Hochstamm) erreicht und dem direkt umliegenden Gartenbereich zum einen Schatten spendet, jedoch Beeten in direkter Nachbarschaft auch Licht nimmt.

Schritt für Schritt – die Anleitung zum Obstbaumpflanzen

1. Rasen entfernen - Für diesen ersten Schritt ist ein Spaten unerlässlich. Das „gewonnene“ Grün können Sie als Ausbesserung für braune Stellen Ihrer Wiese nutzen. Den Bereich unter dem Baum sollte mit Mulch (einer Mischung aus Holzhäcksel, Grasschnitt, Laub) bedeckt werden. Der Bereich um den Baum und die Veredlungsstelle muss trocken bleiben. Mit Frühblühern (Link zum Text), die Sie jetzt stecken, kann im kommenden Frühjahr eine Blütenpracht unter dem Baum bewundert werden.
Bei einer Bepflanzung, die über den gesamten Sommer um den Baum blüht, sollten Sie warten bis der Baum ein paar Jahre seinen neuen Standort erobert hat. Der Unterwuchs kann eine gute Gesellschaft für Obstbäume sein, aber er nutzt auch die Nährstoffe, die ein noch sehr junger Baum selbst benötigt.

2. Pflanzloch ausheben - Nun heben Sie das Pflanzloch doppelt so groß aus, wie der Wurzelballen momentan groß ist, so dass der gesamte Ballen ohne Platznot hineingesetzt werden kann. Der Pflanzlochboden wird mit einer Grabegabel oder dem Spaten aufgelockert. Sollte das Pflanzloch zu tief geworden sein, dann füllen Sie einfach wieder soviel Erde auf bis die gewünschte Höhe erreicht ist. Hier bitte auch beachten, dass sich jeder Baum nach dem Pflanzen wieder etwas setzt.
Beachten Sie außerdem, dass die Veredlungsstelle, die dicke Stelle am unteren Bereich des Stammes, mindestens eine Handbreit (ca. 10 cm) aus dem Boden schaut.

3. Baum und Baumpfahl aufeinander abstimmen – Damit der junge Baum in den ersten Jahren sicher und standfest anwachsen kann, sollten Sie neu gepflanzte Bäume immer an mindestens einen Pflanzpfahl, besser noch mit einem sogenannten Dreibock anbinden. Stellen Sie den Baum einmal in das Pflanzloch und passen Sie die Entfernung der Pfähle an. Optimal ist ein Abstand zwischen Baum und Pfahl von ca. 30 cm. Zum Einschlagen eines oder mehrerer Pfähle entfernen Sie noch einmal den Baum. Nach der Pflanzung binden Sie den Baum mit einem Seil aus Naturfasern (z.B. Kokos- oder Sisal) an.

Tipp: Falls Sie nur einen Pfahl verwenden, dann sollte diese in westlicher Himmelsrichtung eingeschlagen werden, da aus dieser Himmelrichtung meist der Wind kommt und der Stamm somit nicht gegen den Pfahl gedrückt wird.

Naturfaserstrick um Pflock gewickelt
Den Strick aus Naturfasern binden Gartenfreunde gern in Form einer Acht um den Baum und den Pfahl.

4. Baum einsetzen und Pflanzloch mit Erde auffüllen – Jetzt können sie den Baum wirklich einpflanzen. Nach dem der Baum im Pflanzloch steht, füllen Sie nun den Aushub ins Pflanzloch. Verwenden Sie hierzu ein Gemisch aus einem Teil Pflanzerde bzw. Kompost und zwei Teilen ausgehobenen Boden. Diese Mischung gewährleistet den jungen Wurzeln genügend Sauerstoff im Pflanzloch und eine gute Nähstoffversorgung für die kommenden Monate. Im Laufe der Zeit kann sich der Boden im Pflanzloch etwas senken. Füllen Sie diesen Verlust in den kommenden Jahren am besten im Herbst oder zeitigen Frühjahr mit Kompost auf. Damit der Baum sicher steht, denken Sie an das Antreten der Erde um den Baum. Und nicht vergessen, auch in den Jahren nach der Pflanzung, sollte der Bereich um den Baumstamm (Baumscheibe) mit Mulchmaterial bedeckt sein.

5. Gießrand anlegen und angießen – Um zu verhindern, dass das Wasser beim Gießen wegläuft, ist das Anlegen eines Gießrandes notwendig. Formen Sie mit der Erde einen kleinen Wall rings um den Baum. Die Funktion können sie beim ersten Angießen direkt überprüfen. Gießen Sie Ihren neu gepflanzten Baum nach dem Pflanzen regelmäßig. Unsere Empfehlung sind 10 l Wasser zwei bis dreimal pro Woche. Fällt die Pflanzzeit in den Frühling oder sogar in den Sommer, dann sollte je nachdem wie warm und sonnenintensiv die Tage sind nahezu täglich gegossen werden. Eine Gießpause gibt es nur in den Wintermonaten, wenn der Boden gefroren oder von Wasser gesättigt ist.

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Nach einigen Jahren Wachstum und guter Pflege in Ihrem Garten werden Sie dafür mit reichlich Obst, wie hier rotbackige Äpfel, belohnt.

Was muss bei der Düngung beachtet werden?

Bäume wachsen natürlich auch ohne eine zusätzliche Nährstoffgabe. Der Ertrag von Früchten erhöht sich jedoch spürbar, wenn Sie eine regelmäßige Düngung Ihres Obstbaumbestandes vornehmen.
Als Dünger eignet sich gut gereifter Kompost und ein organischer Biodünger.
Schon bei der Pflanzung können Sie das Wachstum des Baumes durch reichlich Kompost gemischt mit einer Gabe eines organischen Biodüngers unterstützen.
Eine regelmäßige Düngung nehmen Sie bitte jährlich im Frühjahr beim Austrieb vor. Dabei stellt sich die Frage, wie ein Baum zu düngen ist.
Im Radius von einem halben Meter um den Baumstamm arbeiten Sie den Biodünger in den Boden ein. Dieser Bereich wird auch “Baumscheibe” genannt. Junge Bäume entwickeln sich besser, wenn dieser Bereich frei von Bewuchs ist. Sie müssen so weder um Nährstoffe noch um Wasser mit anderen Pflanzen konkurrieren.
Eine Dosieranleitung für das Düngen mit KleePura BioDünger finden Sie hier: Düngen Von A bis Z

Auch ältere Bäume sagen zu einer zusätzlichen Nährstoffgabe nicht NEIN. Hier ist es wichtig, dass der Dünger/Kompost nicht zu nah am Stamm des Baumes ausgebracht wird, sondern im äußeren Kronenbereich (Vogelperspektive). Das gleiche gilt übrigens auch, beim Gießen von älteren Bäumen, da die wasser- und nährstoffleitenden Wurzeln im äußeren Kronenbereich des Baumes liegen.

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Damit wir uns über das Obst der Bäume im Laufe des Sommers freuen und dieses genießen können, braucht es die Biene. Belohnen Sie die gestreiften Schwärmer in dem Sie bei allen Pflanzungen in Ihrem Garten den Nutzen für dieses Tier mit in Ihren Blick nehmen.

Sie haben Fragen zum Obstbaum pflanzen im Herbst?

Dann können Sie gerne mit uns in Kontakt treten. Wir helfen Ihnen bei der Beantwortung Ihrer Fragen.